Das Infanterieregiment
(1751 – 1787)
Nach seinem Regierungsantritt im Jahre 1748 begann Graf Wilhelm bald mit
dem Ausbau der Grenadierkompanie zu einem Grenadierbataillon.
1752 bestanden zwei Kompanien
1754 vier Kompanien.
1756 umfasste das Bataillon 4 Füsilier- und 1 Grenadierkompanien
1757 7 Füsilier und 2 Grenadierkompanien.
Am 5.9.1763 erging der Befehl zur Reduzierung des Bataillons auf 4
Kompanien. Diese Einteilung blieb hinfort bestehen.
Die Garnison des Bataillons oder Regiments – wie die offizielle
Bezeichnung lautete – war bis zum Siebenjährigen Kriege Bückeburg. Am
24.04.1757 erfolgte der Abmarsch in den Feldzug gegen die Franzosen.
Das Regiment nahm an den Schlachten bei Hastenbeck (25.07.1757), bei
Krefeld (23.06.1758), bei Lutterberg (10.10.1758), bei Minden
(01.08.1759), bei Bellinghausen (15./16. 07.1761), bei Wilhelmstal
(1762) und Amoeneburg (21.09.1762), sowie die Belagerungen von Minden,
Warburg, Wesel und zweimal von Kassel teil. Am Schluss des Krieges
diente das Regiment als Besatzungstruppe in Minden. Am 27.01.1763 kehrte
es in die Heimat zurück.
Der Stab und 5 Kompanien wurden zunächst in Stadthagen, 2 Kompanien in
Hagenburg einquartiert. Nach der Reduzierung des Regiments wurde der
Rest in Bückeburg, auf dem Wilhelmstein, in Blomberg, Schieber,
Alverdissen untergebracht. Seit 1773 lag Infanterie auch in Hagenburg,
Altenhagen, Steinhude, Großenheidorn und Wilhelmsteinerfeld. In den
Jahren 1777 bis 1787 dienten als Garnison Bückeburg, Wilhelmstein,
Blomberg und Alverdissen.
Die Regimentsdevise lautet:
Ubi gloria omne periculum dulce
(Frei übersetzt : Wo der Ruhm ist, da ist jede Gefahr süß)
und
Pulchrum mori succurrit in extremis
(Frei übersetzt: Ein schöner Tod winkt in Gefahren)
Das Infanterieregiment hörte am 17.02.1787, als die Sch.-Lipp. Beamten
und Offiziere ihres Eides entbunden und zum größten Teil in hessische
Dienste überführt wurden, auf zu bestehen.
Quellennachweis: „Die Offiziere des Schaumburg-Lippischen Truppenkorps
1648 – 1867“ von Christian Ulrich Freiherr von Ulmenstein
Am 8.12.2005 wurde das
Infanterieregiment Graf Wilhelm der Weckbatterie Wölpinghausen e.V.,
kurz Infanterieregiment Graf Wilhelm, gegründet, am 12.1.2006 in das
Vereinsregister des Amtsgerichtes Stadthagen unter der Nummer VR 2000111
eingetragen und vom Finanzamt Stadthagen als gemeinnütziger Verein am
20.1.2006 anerkannt.
1.
Die Hintergründe
Graf Wilhelm
… ist am 10.9.1777 im Haus Bergleben in Wölpinghausen verstorben
… hat Beziehungen zu Wölpinghäuser Familien gepflegt
… hat als Dank einen Ring an Familie Kölling Wölpinghausen vermacht
… war Förderer der heimischen Industrie und Landwirtschaft
… war Förderer geistiger und kultureller Veränderungen in Europa
… war ein Vorreiter im Schulwesen, führte Schulpflicht ein
… führte die Wehrpflicht ein
… befreite Portugal von den Spaniern
… erbaute den Wilhelmstein
… militärisch einzigartiger Taktiker seiner Zeit, Ausbilder Scharnhorsts